Meine Erfahrung mit Pseudotropheus demasoni von Birger Lessow
Zum Fisch im natürlichen Habitat
Pseudotropheus demasoni ist ein kleiner Mbuna aus dem Malawisee in Afrika. Männchen und Weibchen tragen das gleiche Farbkleid, wobei die männlichen Tiere ausgewachsen eine Größe von max. 8 cm erreich und die weiblichen Tiere ein wenig kleiner bleiben. Diese Art kommt in Ihrem natürlichen Umfeld nur an der tansanischen Seite des Sees an kleinen Felsriffen an den Pombo Rocks und den Ndumbi Rocks, südlich des Flusses Ruhuhu vor.
Pseudotropheus demasoni scheint laut Ad Konings gleichmäßig über diesem Biotop sein Revier bezogen zu haben. Sein Nahrungsrevier besteht zumeist aus der Oberseite eines großen Felsen, den er im Durchmesser von ca. 2 m verteidigt.
Pseudotropheus demasoni ernährt sich von Algensträngen die er vom Substrat abbeißt. Sein langer Darmtrakt weißt darauf hin, dass er sich hauptsächlich von pflanzlicher Nahrung ernährt. Ab einer Größe von 5 cm ist Pseudotropheus demasoni geschlechtsreif.
Bei einem Streifzug durch die Aquaristikgeschäfte in unserer Umgebung viel mir eines Tages ein Becken auf, in dem ca. 3 - 4 cm große Tiere in einem attraktiven schwarz/blau/hellblau gefärbten Kleid durchs Aquarium wuselten. Interessant bei dieser Art, die ich bis dahin noch nicht kannte, empfand ich sofort die gleichmäßige Färbung und die Aktivität aller Tiere. Nachdem ich mir einen Verkäufer geschnappt hatte, erhoffte ich mir mehr Informationen über diese Art zu bekommen. Leider konnte mir dieser Mann auch nicht mehr über diese Tiere sagen, als den Namen: Pseudotropheus demasoni und die Herkunft: Malawisee
Ich ließ mir 5 Tiere eintüten und hoffte ein ausgeglichenes Verhältnis zu bekommen. Aufgrund der Größe zogen die Tiere bei mir in ein 200 Liter Aquarium, das ich zur Aufzucht genommen hatte, ohne Bodengrund und Aufbauten ein. In diesem Aquarium befanden sich schon 20 Labidochromis hongi und ein paar Labidochromis caeruleus in etwa der gleichen Größe. Gefiltert wurde dieses Aquarium nach dem Prinzip HMF (Hamburger Mattenfilter) betrieben über Luft, das aber nur so am Rande. Da ich schon Erfahrungen mit der Art Pseudotropheus gesammelt hatte, wußte ich um den Nahrungsbedarf dieser Arten bescheid und das passte meines Erachtens nach zu den beiden Labidochromis Arten ganz gut. Wöchentlicher Wasserwechsel und tägliches Futter mit Tertra Phyll ließen die Tiere rasch wachsen. Diese 5 Tiere waren sehr vital und ständig unterwegs. Das Becken war nicht eingerichtet, da ich es als Aufzuchtbecken nutzte. Nach ein paar Tagen musste ich feststellen, dass sich ein Männchen aus den Tieren raus kristallisierte und anfing die andern massiv zu vertreiben. Die unterdrücken Tiere zogen sich an die Wasseroberfläche jeweils in Glasnähe zurück und trauten sich kaum, sich zu bewegen. Durch den ständigen Terror den das dominante Männchen verursachte, hörten von den anderen vier Tieren schnell drei auf zu fressen… Leider wusste ich nicht was ich machen sollte und drei Tage später waren von den ursprünglichen 5 Pseudotropheus demasoni nur noch 2 am leben. Zu meinem Erstaunen ließ das dominante Männchen auf einmal das überlebende Tier in Ruhe neben sich her schwimmen. Es balzte ab und zu zwar vor diesem Tier, aber trieb es nicht mehr so stark. Nach einer Woche schwamm das zweite Tier plötzlich mit einer dicken Kehle umher. Ein Weibchen! Zuerst hatte ich Angst, dass das Männchen jetzt richtig loslegen würde, aber das war Gott sei dank, nicht so. Das Weichen zog sich zwar ein wenig zurück, wurde aber vom Männchen in Ruhe gelassen. Nach 20 Tagen habe ich sie dann rausgenommen und in Ruhe ausbrüten lassen. Ganze 3 Nachzuchten hatte die Dame im Maul. In regelmäßigen Abständen machte das Männchen immer wieder sein Weibchen voll und funktionierte auch beim wieder hereinsetzen mit den beiden super. Als eines Tages bei mir ein 300 Liter Aquarium frei wurde, dachte ich mir, es wäre Zeit für die beiden Mal in ein neues schön eingerichtetes Zuhause umzuziehen. Becken schön mit Sand und ein paar Steinen eingerichtet und die beiden umgesetzt. Am nächsten Morgen stellte ich fest, das es ein folgenschwerer Fehler war. Das Männchen hatte kurzerhand mal das Weibchen, mit dem er so lange auf einem kleineren Aquarium lebte, umgelegt… Sehr traurig setzte ich das Männchen wieder in sein altes nicht eingerichtetes Aquarium zurück, denn das neue hatte er nicht mehr verdient.